Die beliebtesten Autos der US-Präsidenten
Die amerikanische Oldtimer-Website „ClassicCars.com“ aus Phoenix/Arizona riet angesichts des laufenden Vorwahlkampfs in den USA kürzlich ihren Followern: „Konzentriert Euch auf das, was bei Präsidenten wirklich zählt – die Liebe zu ihrem Privatwagen nämlich.“ Jetzt fragten die Oldtimer-Experten ihre Leser nach den Top Ten unter den präsidialen Lieblingsautos. Das Ergebnis ist ein Querschnitt durch den American Way of Drive.
Dicht dahinter auf Platz zwei mit 20 Prozent kam der Wagen des Republikaners Herbert Hoover (siehe Titelbild), dem Vorgänger des Demokraten Roosevelt. Dessen Amtszeit war durch den Schwarzen Freitag 1929 und die große Depression gekennzeichnet, so dass er nicht nur der bis dahin unbeliebteste Chef im Weißen Haus war, der in dieser Hinsicht erst knapp ein halbes Jahrhundert später von einem anderen abgelöst werden sollte. Außerdem musste sein Name als Bezeichnung für die Elendsviertel der US-Städte zu jener Zeit herhalten: Hooverville. Sein Auto, ein Cadillac V16 aus dem Jahr 1932, dagegen war alles andere als ärmlich. Der weltweit erste Serien-Pkw mit einem Sechzehnzylindermotor bot wie das Fahrzeug seines Nachfolgers Platz für sieben Passagiere, leistete 136 kW / 185 PS und wurde in 50 verschiedenen Karosserievarianten angeboten. Das Auto kam 2007 für knapp 88 000 Dollar unter den Hammer eines Auktionators..


• Bill Clinton auf Platz vier mit seinem Ford Mustang von 1976, von dem er sich schweren Herzens trennen musste als er seinen Amtssitz als Gouverneur in Little Rock/Arkansas mit dem im Weißen Haus in Washington tauschen musste. Als Reaktion auf die Kritik an der übertriebenen Größe des Vorgängermodells war diese auf dem Ford Pinto basierende Modellreihe im Herbst 1973 auf den Markt gekommen. In der Auto-Präsidenten-Wahl erhielt Clintons Lieblingswagen zehn Prozent.
• George W. Bush bekam seinen Triumph TR-4 angeblich zum Abschluss seines Studiums an der Yale-Universität in New Haven, Connecticut, das er 1968 als Bachelor in Geschichte abgeschlossen hatte. Das Auto mit einer von dem italienischen Automobildesigner Giovanni Michelotti entworfenen Karosserie wurde 1961 vorgestellt, beschleunigte in zwölf Sekunden von null auf 100 km/h und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 174 km/h. Für das Fahrzeug stimmten neun Prozent der ClassicCars-Leser.


• Chrysler-Fan Harry S. Truman besaß eine Vielzahl eigener Autos, darunter auch jener Plymouth Super DeLuxe, der als erstes Auto nach dem Zweiten Weltkrieg aus amerikanischer Produktion kam. Die Leser von ClassicCars.com jedoch wählten seinen 1953er Chrysler Sedan mit drei Prozent auf Platz neun. Truman kaufte dieses Auto unmittelbar nach seiner Ablösung als Präsident durch Dwight D. Eisenhower und fuhr damit zusammen mit seiner Frau eigenhändig am Steuer die knapp 1800 Kilometer nach Independence/ Missouri nach Hause. Im Sommer des gleichen Jahres fuhr er mit dem Wagen 4000 Kiometer in die Ferien. Das Auto steht heute angeblich ziemlich heruntergekommen in einer Scheune bei Kansas City. Die derzeitigen Besitzer wollen sich nicht von ihm trennen.
Bleibt zu hoffen, dass der nächste Präsidenten-Privatwagen weder ein 2003er Mercedes-Benz SLR McLaren noch ein 1950er Rolls-Royce Silver Cloud oder 1997er Lamborghini Diablo VT ist. Diese Fahrzeuge stehen in der Garage von Donald Trump.
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