Ford Ka+: Kleinstwagen mit Tradition
Ford Ka+: Kleinstwagen mit Tradition
An den ersten Ford Ka mit seinem ganz speziellen Design erinnere ich mich noch gut. Der Kleine sah aus, als hätte ihm jemand aufs Dach gehauen und die Rädern standen nun etwas außerhalb der Karosse. Trotzdem hat er mir gefallen und im Straßenbild fiel er auf. Das galt nicht zuletzt für die Cabrio Variante, die es für kurze Zeit gab. Das ist alles schon lange her. Und so kommt jetzt die 3. Generation des Ka, die sich Ka+ nennt. Warum auch immer dieses „Plus“ dazu gekommen ist, plus hört sich einfach gut und nach etwas mehr an.
Kein Hingucker
Optisch erkennt man im neuen Ka+ den alten Ka allerdings kaum wieder. Von der mutigen Zeichnung der Ur-Ka ist kaum was geblieben. In meinen Augen erscheint der Ka+ bieder und angstvoll gezeichnet. Hier scheinen Designer auf den Mainstream gezielt zu haben. Aber Design und Schönheit liegen bekanntlich im Auge des Betrachters. Meins ist das aber nicht.
Das Spargefühl setzt sich im Innenraum fort. Preiswert wirkendes Plastik (robust wäre der positive Ausdruck) dominiert den kleinen Saal. Im Inneren des knapp 4 Meter langen Ka+ herrschen im Klassenvergleich großzügige Platzverhältnisse. Selbstredend ist der Raum vor der Rückbank nur für Kinder oder die ganz kurze Strecke geeignet.
Vorn sitzt es sich gut. Im Gepäckraum findet überraschend viel Platz (270 Liter). In der 14 Tage währenden Testphase hat sich jedoch ein Nachteil gezeigt. Kleine Gegenstände rutschen beim Beschleunigen gen Heck, wo sie unter der sich verjüngenden Verkleidung verstecken und kaum wieder gefunden werden. Würde die Verkleidung senkrecht nach unten verlaufen, wäre das Ärgernis weg. Allerdings würde man dann rechnerischen Stauraum verlieren. Die aktuelle Lösung nervt im Alltag. Besonders praktisch dagegen: 21 über den Innenraum verteilte Staufächer nehmen alles auf, was im Auto Platz sucht. Auch ein Vorteil: Sowohl auf den Vordersitzen, wie auch auf der Rückbank finden Menschen bis zu einer Körpergröße von 2 Metern ohne Einschränkungen Unterkunft.
Gepäckraum mit Tücke
Unser Testwagen ist mit dem 85 PS leistenden 4-Zylinder Benziner (ohne Turbo) versehen, der den Ka+ in 13,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 befördert. Bei 169 Stundenkilometern ist Schluss. Das passt für einen Kleinstwagen, der überwiegend in der Stadt gefahren wird, ein Dynamiker ist der brave Benziner zwar nicht, aber er lässt sich gutmütig bewegen und seine Lenkung erscheint ausreichend direkt. Der Verbrauch des Ka+ lag im Mittel bei 6,8 Litern (Normwert 5,0 Liter). Sein Preis in der „Cool and Sound“ Linie und einigen netten Optionen lag bei 13.900 Euro.
Fazit
Dieser Kleinstwagen, der unterhalb des Fiesta platziert ist, beginnt zu Preisen ab 9.900 Euro (70 PS-Variante). Das ist ein Kampfpreis, der den Wettbewerbern aus Korea und Europa die Stirn bieten soll. Übrigens: Dieses Weltauto wird im indischen Ford Werk produziert. Der Ka+ ist ein solider Kleinstwagen ohne Allüren. Bei seiner Konzeption standen offensichtlich der Preis und der Nutzwert und weniger das Design im Focus.
Technische Daten:
Ford Ka+ 1.2 l Ti-VCT „Cool & Sound“
Fünftüriger Kleinwagen,
Länge/Breite/Höhe/Radstand in Meter: 3,93/1,70/1,52/2,49,
Leergewicht: 1.055 kg,
Zuladung: 445 kg,
Tankinhalt: 42 l,
Kofferraumvolumen: 270 – 849 l.
Motor: Vierzylinder Sauger Benziner,
Hubraum: 1198 ccm,
Leistung: 63 kW/85 PS bei 6.300/min,
maximales Drehmoment: 112 Nm bei 4.000/min,
0-100 km/h: 13,3 s.,
Höchstgeschwindigkeit: 169 km/h,
5-Gang-Schaltgetriebe,
Frontantrieb,
Durchschnittsverbrauch: 5,0 l,
CO2-Ausstoß: 114 g/km,
Energieeffizienzklasse: C,
Preis: ab 11.400 Euro.
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