Geely kommt mit der neuen Marke Zeekr
Die Welt der Elektromobilität wird zunehmend chinesischer. Nachdem die ersten Versuche der Hersteller aus der Volksrepublik gescheitert sind, mit – höflich ausgedrückt – technisch anspruchslosen Modellen den Weltmarkt zu erobern, konzentrieren sich die Unternehmen nun darauf, mit Elektroautos auf den Markt zu kommen.

Geely, zweitgrößter chinesischer Produzent, hat sich in den vergangenen Jahren dafür gezielt europäisches Wissen gesichert, indem das Unternehmen unter anderem Volvo übernommen und gemeinsam mit dem schwedischen Hersteller Plattformen für elektrische Modelle entwickelt hat. Das jüngste Ergebnis ist gleich eine neue Marke, mit einem seltsam klingenden Namen. Zeekr hat sich, so ein Sprecher der Marke, das Ziel gesetzt, mit seinem ersten Modell 001 der Welt zu zeigen, dass die Zeiten, „langweiliger Elektromobile abgelaufen ist“. Das jetzt in der neuen Fabrik der Marke in Hangzhou vorgestellte Fahrzeug soll zudem der „erste elektrisch angetriebene Shooting Brake der Welt“ sein. Entworfen wurde der 001 im schwedischen Designzentrum des Unternehmens in Göteborg, und dort hat man offensichtlich die Porsche-Modelle genau studiert.

Zeekr 001
Auf den ersten Blick ähnelt der 001 stark den Erzeugnissen aus Zuffenhausen. Als Plattform wählten die Entwickler die „Sustainable Experience Architecture“ (SEA), die auch von Volvo für seine E-Mobile genutzt wird. Das Fahrwerk besitzt eine Luftfederung, mit der sich die Bodenfreiheit bei Bedarf automatisch zwischen 117 und 205 Millimeter einstellt. Mit dieser Technik sollen, so Geely, gute Geländeeigenschaften ermöglicht werden. Die Türen öffnen sich automatisch, wenn sich Fahrer und Passagiere dem Fahrzeug nähern. Außerdem besitzt 001 eine Gesichtserkennung, so dass der Zeekr automatisch die Vorlieben des Fahrers einstellt. Zusätzlich wird die Technik „over the air“ (über eine Funkschnittstelle) mindestens einmal pro Quartal aktualisiert.
Die Höchstgeschwindigkeit des 4,97 langen Shooting Brake gibt Geely mit „mehr als 200 km/h“ an, und zwischen 0 und 100 km/h sollen gerade 3,8 Sekunden vergehen. Dafür verantwortlich sind die beiden an der Vorder- und Hinterachse arbeitenden Motoren, die zusammen eine Leistung von 400 kW (544 PS) bereitstellen und ein maximales Drehmoment von 700 Newtonmetern liefern. An einer Schnellladestation dauert es nach Unternehmensangaben fünf Minuten, um Strom für 120 Kilometer zu laden. Zur Wahl stehen Akkus mit 86 kWh und 100 kWh.
In China beginnt das Unternehmen jetzt mit dem Aufbau einer Schnelllade-Infrastruktur, die in den kommenden zwei Jahren bis zu 2200 Ladestationen mit mehr als 20.000 Ladepunkten umfassen soll. Der Strom wird dort über die digitale Fahrzeugregistrierung abgerechnet. Zeekr versteht sich nicht als preiswerte Alternative zu den etablierten Herstellern, sondern will vielmehr „im Premium-Elektrosegment erfolgreich sein“, so Zeekr-Chef Andy An Conghui.

Beim Verkauf setzt die neue Marke auf Online-Kanäle, ohne allerdings die analogen Vertriebswege ganz auszuschließen. In China entstehen gerade zwei Flaggschiffläden und 60 kleinere Verkaufsstellen. Über eine Zeekr-App können sich die Kunden über ihre Erfahrungen austauschen. Außerdem sind eigene Abo-Angebote geplant.
Im Oktober sind die ersten Auslieferungen in China geplant. Vom kommenden Jahr an plant Zeekr, den Rest der Welt von seinen Fahrzeugen zu überzeugen. ampnet
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