Kfz-Anmeldung vom Sofa aus
Es gibt Gänge zu Ämtern, die wohl keiner von uns mag. Unfreundliche Beamte und unberechenbar lange Warteschlangen nerven und stehlen unsere Lebenszeit. Fast jeder von uns hat schon mal ein Auto bei der Zulassungsstelle angemeldet und weiß daher, wovon ich spreche. Es sei denn, er hat einen guten Bekannten dort sitzen, dann laufen die Dinge deutlich geschmeidiger. Auch seltene Wunschkennzeichen sind dann möglich. Zum Teil sollen unter Insidern sogar Preise kursieren, die in bar über den Tisch wandern müssen, damit man eine der begehrten einstelligen Nummern mit Wunsch-Initialen bekommt. Solche einstelligen Nummern sind ansonsten Motorrädern vorbehalten.
Was man sich besorgen muss
Zunächst braucht es eine KFZ-Versicherung, die uns eine Nummer (eVB) als Bestätigung der Versicherung mit auf den Weg ins Amt gibt. Und dann muss man noch die teuren KFZ-Kennzeichen bei einer der Büros holen, die sich ganz zufällig um den Ort der Zulassungsstelle herum angesiedelt haben. Blechschilder zu prägen scheint ein auskömmliches Geschäft zu sein. Auch in Zukunft werden KFZ-Schilder natürlich noch benötigt, genauso wie ein Versicherungsnachweis.
Trotzdem hat sich zuletzt Entscheidendes getan: Man kann sein Auto online von überall aus zulassen. Egal ob von Zuhause oder von den Malediven aus. Schön, dass das wahr geworden ist. Übellaunige Sachbearbeiter und scheinbar endlose Warteschlangen gehören damit der Vergangenheit an. Zumindest, wenn es um KFZ-Zulassungen geht.
Nur wenige Voraussetzungen für die Online Zulassung
Man braucht nur einen funktionierenden Internetzugang. Die Identifizierung der anmeldenden Person erfolgt mittels Personalausweis, der eine Onlinefunktion beinhalten muss. Daneben wird ein Lesegerät oder ein Smartphone mit NFC-Chip zur Übertragung der Daten benötigt. Das wars schon. Zunächst muss sich der künftige Fahrzeughalter im Online-Portal der Behörde identifizieren. Dann muss in der Zulassungsbescheinigung Teil II – früher auch Fahrzeugbrief genannt – ein Sicherheitscode freigelegt werden. In die Auftragsmaske müssen dann alle nötigen Daten eingetragen werden. So etwa Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) und der Sicherheitscode, das Datum der Hauptuntersuchung, die eVB-Nummer der Versicherung (elektronische Versicherungsbestätigung) und die Bankverbindung (IBAN ) des Halters. Danach wählt man ein freies Kennzeichen oder gibt ein reserviertes Kennzeichen an. Die Daten werden vom System geprüft und man gibt die Zahlung frei.
Im Amt wird der Antrag von einem ein Sachbearbeiter geprüft. Ist das alles ok, werden der Zulassungsbescheid, die Zulassungsbescheinigung Teil I und II sowie die Plaketten für die Kennzeichen per Post zugestellt. Dieser Vorgang kann durchaus zwei bis drei Tage dauern. Ich denke, das ist akzeptabel, wenn man dadurch das Warten in den Amtsstuben vermeiden kann. Ist es nicht deutlich schöner, diesen weiterhin unschönen Verwaltungsakt wenigstens in einem angenehmen Umfeld zu erledigen? Übrigens: Neben der Erstzulassung können auch Wiederzulassung, Abmeldungen, die Umschreibung von Fahrzeugen sowie Adressänderungen online erledigt werden.
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