Der neue Porsche Panamera – Oder das Bessere ist der Feind des Guten
Es war ein viel diskutiertes Ereignis, als Porsche im Jahr 2009 den ersten Serien-Luxus-Sportwagen mir vier vollwertigen Sitzen und Langstreckentauglichkeit vorgestellt hat. Kann das ein richtiger Porsche werden, fragten nicht wenige zweifelnd. 

In der Detail-Kritik der Experten stand auch die Mittelkonsole des Panamera mit ihren unzähligen Knöpfen. Auch das haben die Porsche-Verantwortlichen aufgenommen und ein neues Bedienkonzept entwickelt, das wohl zu den modernsten der Branche zählt. Alles was gut und teuer ist, wurde hier realisiert. Die glänzenden Oberflächen sind überwiegend mit Touch-Bedienelementen unterlegt. Das sieht sensationell clean und elegant aus, bringt aber den Nachteil mit sich, dass die Spuren von Fingern deutlich abzeichnen. Bei der Erläuterung der unzähligen Funktionen dieses Systems, das die Porsche-Ingenieure mit viel Liebe zum Detail entwickelt haben, werden künftig die Verkäufer in den Porsche Zentren gefordert sein. Denn es wird kein Leichtes sein, der im Mittel deutlich über 50jährigen Kunden, diese Vielfalt an Möglichkeiten und das dazu passende Know-how nahe zu bringen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase wird sich der Panamera Fahrer wohl auf wenige Prozent der Möglichkeiten konzentrieren, die ihm persönlich wichtig sind oder hilfreich erscheinen.

Das ebenfalls neue Porsche-Doppelkupplungsgetriebe bringt die Kraft dieses langestreckentauglichen Hochleistungssportwagens schnell und ohne erkennbare Schubunterbrechung an alle 4 Räder. Die Unterteilung in 8-Gang-Stufen (bisher 7 Stufen) ermöglicht es jederzeit mit der perfekten Drehzahl und damit energiesparend unterwegs zu sein. Porsche gibt den kombinierten Normverbrauch des 4S mit 8,2 Liter je 100 Kilometer an. Auf unseren – nicht auf Verbrauchsoptimierung ausgelegten – Testfahrten ergab sich ein Verbrauch im Bereich von 11 Litern. Einmal mehr soll hier erwähnt werden, dass der Verbrauch stark von der abgefragten Leistung abhängt.

Fazit
Der neue Porsche Panamera hat in allen Belangen zugelegt. Er wurde schöner und er fährt an der technologischen Spitze. Dabei ist er unverkennbar ein Panamera geblieben. Er ist und bleibt der Porsche für gut situierte Familienväter. Denn sein Preis erfordert – wer hätte es anders erwartet – ein prall gefülltes Bankkonto. Ab 113.027 Euro gibt es den neuen Panamera 4S. Der Panamera 4S Diesel, nach Porsche Angaben der schnellste Seriendiesel der Welt, kostet ab 116.954 Euro. Für den feurigen Turbo muss man mindestens 153.011 Euro im Porsche Zentrum lassen oder eine entsprechende Leasingrate vereinbaren. Wohl dem, der sich dieses Traumauto leisten kann.
Technische Daten
Porsche Panamera Turbo
Länge x Breite x Höhe (m): 5,05 x 1,94 x 1,43
Radstand (m): 2,95
Motor: V8-Benziner, 3996 ccm, Bi-Turbo, Direkteinspritzung
Leistung: 404 kW / 550 PS bei 5750-6000 U/min
Max. Drehmoment: 770 Nm bei 1960-4500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 306 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 3,6 Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: 9,4 – 9,3 Liter
Effizienzklasse: D
CO2-Emissionen: 214 – 212 g/km
Effizienzklasse: D (Euro 6)
Leergewicht / Zuladung: min. 1995 kg / max. 590 kg
Kofferraumvolumen: 495 – 1304 Liter
Wendekreis: 11,9 (mit Allradlenkung: 11,4) m
Räder / Reifen: 9,5 J x 20 / 275/40 ZR 20 vorn, 11,5 J x 20 / 315/35 ZR 20 hinten
Luftwiderstandsbeiwert: 0,30
Preis: 153.011 Euro
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